Ohne chemische Keule zur erfolgreichen Ernte

 

SteingartenPflanzen, die in irgend einer Weise in die menschliche Nahrungskette gelangen, sollten nach Möglichkeit nicht mit chemischen Substanzen belastet werden. Soweit stimmen sicherlich alle Leser mit mir überein. Bleibt nur die Frage nach der Umsetzung?

Grundsätzlich gilt natürlich, dass ein gepflegter Garten, der wohlüberlegt und wissend im Einklang mit der Natur angelegt und gepflegt wird, im natürlichen Gleichgewicht sein sollte und deswegen auch geschützt ist gegen Krankheiten und Plagen. Gerade weil man es aber mit der Natur zu tun hat, ist das Herstellen und Erhalten dieses natürlichen Gleichgewichts oftmals garnicht so einfach, denn Einflüsse wie das Wetter beispielsweise sind einfach unberechenbar.

Kräuterbeet

Was genau ist aber mit dem natürlichen Gleichgewicht eines Gartens gemeint?

Der Garten ist ein von Menschenhand künstlich angelegtes Stück immitierter Natur. Wir empfinden einen Garten zwar oftmals als Natur, aber da er eindeutig dem menschlichen Einfluss und Willen unterliegt, ist er das nicht.
Leider ist es garnicht mehr so einfach ein wirklich unberührtes Stück Natur zu finden, aber wenn man dennoch irgendwo in den genuss kommt, so sollte man sich die Zeit nehmen und sich einfach für ein paar Stunden mitten hineinsetzen, um zu beobachten. Läßt man sich wirklich darauf ein, so wird man viel zu beobachten haben, denn man befindet sich in einem funktionierenden Ökosystem. Dieser Begriff meint eine Lebensgemeinschaft verschiedenster Lebewesen in einem begrenzten Raum mit bestimmten äußeren Einflüssen, die sich über einen langen Zeitraum zu dem entwickelt hat, was aktuell zu beobachten ist und sich in stetiger Entwicklung befindet.
Mischkultur Vereinfacht ausgedrückt eine Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren, die optimal angepasst ist an die örtlichen Begebenheiten von Boden, Lage und Klima. Man findet also Pflanzen in verschiedensten Arten und Sorten, die sich zum einen an diesem speziellen Platz zu Hause fühlen, weil sie die Bodenverhältnisse und das Wetter mögen und die sich zum anderen auch miteinander vertragen und eventuell sogar unterstützen. Daraus ergeben sich wiederum bestimmte Bedingungen, die die entsprechenden Tiere anziehen. Sei es, weil sie die Pflanzen als Nahrungsquelle benutzen oder als Schutz und Heim.

Der Garten sollte zu eben so einer Lebensgemeinschaft werden. Die nachfolgenden Empfehlungen können zum Gelingen dieses Ziels beitragen:

  • Als Gärtner bevorzugt man natürlich eine Auswahl an Zier- und Nutzpflanzen. Es wäre aber durchaus auch empfehlenswert Pflanzen auszuwählen, die vielleicht nicht so einen hohen Nutz- oder Zierwert aufweisen, dafür aber die Tierarten anlocken, die für den Garten nützlich sind, weil sie für die Bestäubung der Pflanzen sorgen oder für die Bodengesundheit oder weil sie Schädlinge vernichten.
  • Wählen Sie möglichst heimische, standortgerechte Pflanzenarten für Ihren Garten aus. Natürlich sind häufig die fremdländischen Pflanzen besonders prächtig, weil sie bunter und ausgefallener sind, aber sie sind oft auch die Problemkinder. Entweder sie entwickeln sich sehr kümmerlich und wollen gehätschelt und gepflegt werden oder aber sie entwickeln sich erstaunlich dominant gegenüber den heimischen Arten und machen mit ihrer Wüchsichkeit alles platt, was ihnen in den Weg kommt. Heimische Arten sind an Klima und Bodenverhältnisse angepasst. Dadurch entwickeln sie sich zu robusten und gesunden Pflanzen, was die beste Grundlage dafür dastellt, dass sie zuverlässig blühen werden und aromatische, große Früchte produzieren werden. Außerdem haben sich die heimischen Tierarten an diese Pflanzen angepasst und nutzen diese als Nahrungsquellen.
  • Ein naturnaher Garten braucht nicht automatisch wild und verwahrlost aussehen. Es ist vielmehr wünschenswert verschiedene Lebenräume einzurichten. Hecken bieten Unterschlupf und Nahrung für Tiere, spenden Schatten und bremsen den Wind. Das Klima im Garten wird dadurch gemildert. Überlassen sie ein paar Ecken und Winkel den Wildkräutern. Die Brennessel ist eine der nützlichsten Pflanzen im Garten, denn sie ist Nahrungsquelle für Nützlinge, Rostofflieferant für Pflanzenjauchen und verbessert das Aroma so mancher Gemüse in der Nachbarschaft. Ähnlich verhält es sich noch mit so manch einem anderen Kraut. Wasser ist ein wichtiges Element. Falls genügend Platz vorhanden ist, sollte man Wasser auf jeden Fall in Form eines Gartenteichs oder eines Bachlaufs einplanen.
  • Integrieren Sie Steinhaufen, Totholz, Trockenmauern und Wege aus Naturmaterialien wie Kies, Mulch, Natursteinpflaster mit Fugenbepflanzung,etc. als Stil-Elemente in Ihren Garten. All diese Kleinigkeiten bieten wiederum Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten für Nützlinge.
  • Kompostieren Sie Ihre organischen Abfälle aus Garten und Küche. Dadurch stelllen Sie den Kreislauf des Lebens her und produzieren für Ihre Pflanzen den bestmöglichen biologischen Dünger.
  • Mulchen Sie ihre Beete oder bepflanzen Sie Lücken mit Zwischenkulturen. Beides dient dem Schutz und der Regeneration des Bodens, der länger Feuchtigkeit speichern kann und reich ist an Bodenlebewesen und Nährstoffen.
  • Setzen Sie prophylaktisch und natürlich auch im akuten Fall natürliche Pflanzenjauchen- und Brühen ein zur Stärkung der Pflanzen, als Schädlingsabwehr und als Nährstofflieferant.
  • Beobachten Sie ständig die Veränderungen und Vorgänge in Ihrem Garten und greifen Sie nur behutsam ein. Jede starke Veränderung hat nicht nur Auswirkungen auf ein Lebewesen, sondern auf eine ganze Lebensgemeinschaft.



Mischkultur

Fazit:

Es ist nicht einfach, das natürliche Gleichgewicht in einem Garten herzustellen und dann auch noch zu erhalten. Normalerweise beschreitet man einen Weg dorthin, der viele Jahre andauern kann. Dies soll keine Abschreckung sein, sondern ein Hinweis. Es lohnt sich auf jeden Fall, den eigenen Garten so naturgemäß oder auch naturnah wie möglich anzulegen und zu pflegen, denn es gibt dabei sehr, sehr viel zu lernen, zu beobachten und zu erfahren und das Ergebnis ist ein Quell purer Freude.

Auf dem Weg dahin und dann auch immer wieder wird man mit den Störungen dieses Systems konfrontiert sein und Lösungen finden müssen. Vielleicht muss man sich dann auch von einer Idee verabschieden, Teile umgestalten und auf andere Pflanzenarten umstellen. Vergessen Sie nie, ein Garten ist lebendig und in stetigem Wandel begriffen.

Was die lästigen Schädlinge angeht, so finden Sie auf den anhängenden Unterseiten Tipps und Informationen wie man Ihnen möglichst sanft entgegentritt, wenn sie das Zepter übernehmen wollen beziehungsweise welche weiteren Prophylaxen von Anfang an möglich sind.

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