Erde, Wasser, Luft & Licht - die Grundlagen des erfolgreichen Gärtnerns

 

Aller Anfang ist schwer und auch beim Thema Selbstversorgung mit eigenem Obst, Kräutern und Gemüse wird nicht immer alles auf Anhieb klappen.

Dennoch verzeihen einem gerade Pflanzen sehr viel, so dass der Erfolg bestimmt nicht lange auf sich warten lassen wird. Der Nutzpflanzen-Anbau ist grundsätzlich nicht so schwierig, wenn man sich ein paar Bedürfnisse der Pflanzen zuvor klar macht, denn Pflanzen brauchen nicht viel, um sich gesund und kräftig zu entwickeln.

Donau Wolken&Licht Chili-Pflanze

Was braucht eine Pflanze, um gut zu gedeihen?

  1. Zu Beginn braucht es ein gutes, gereiftes und nachgereiftes Samenkorn mit einer hohen Keimfähigkeit. Wenn nicht sicher ist, ob Saatgut noch ausreichend keimfähig ist, lohnt sich die Durchführung einer sogenannten Keimprobe.
  2. Wasser ist einer der wichtigsten Faktoren für das Pflanzenwachstum. Es steht der Pflanze entweder von oben kommend als Regen, Schnee oder Tau zur Verfügung oder von unten kommend in Form des Grundwassers. Als Niederschlag trägt Wasser Stickstoff und kleine Mengen an Phosphorsäure in sich- beides sehr wichtige Nährstoffe für Pflanzen. Über die Wurzeln gelangt es in die Pflanze, wo es als Transportflüssigkeit für Nährstoffe dient. Darüber hinaus wird es für Stoffwechselprozesse benötigt und ist wesentlich am Wachstum der Pflanze beteiligt, denn es füllt die Zellen und gibt ihnen dadurch Stabilität.
  3. Luft ist ebenfalls in der Atmosphäre wie auch im Boden vorhanden und an diesen Stellen lebenswichtig für Pflanzen, besteht sie doch unter anderem aus 20% Sauerstoff und 0,03% Kohlendioxid.
    Das Kohlendioxid wird durch winzige Spalten an der Blattunterseite aufgenommen und im Folgenden während der Photosynthese aufgespalten und für die Herstellung von Glukose verwendet. Dieser Prozess wird auch Assimilation genannt.
    Sauerstoff hingegen wird für den Abbau -die"Verbrennung"- von Zucker gebraucht. Durch die Umwandlung des Zuckers entsteht Energie für die Pflanze und Kohlensäure, die nach außen abgegeben wird. Dieser Prozess heißt Dissimilation und wird auch als "Atmung" bezeichnet, da -wie bei der Atmung von Mensch und Tier- Sauerstoff aufgenommen und Kohlensäure wieder abgegeben wird.

    Ein kurzer Schwenk noch zur Bodenluft: Im normalen Gartenboden findet man Bodenluft mit einer Zusammensetzung von: 50% Stickstoff, 40% Kohlensäure und 10% Sauerstoff. Der hohe Anteil an Kohlensäure entsteht durch die Stoffwechsel-Aktivität der Bodenlebewesen und ist sehr Vorteilhaft für die darin wachsenden Pflanzen, denn Kohlensäure gehört zu den wichtigsten Nährstoffen.
  4. Als Erde bezeichnet man aus gärtnerischer Sicht eigentlich fast nur die ersten oberen 10-30 cm des gewachsenen Bodens und damit die Humusschicht. Der fruchtbare Humus wird gerne als "Muttererde" bezeichnet, da er maßgeblich verantwortlich ist für die Ernährung von Menschen, Tieren und Pflanzen. Glücklicherweise gehört Humus zu den nachwachsenden Rohstoffen und kann mit Hilfe des Kompostierens selbst hergestellt werden.

    Weltweit findet man natürlich die unterschiedlichsten Böden, da nicht der Humus alleine im Boden zu finden ist, sondern auch noch andere kleinste Bestandteile unterschiedlichsten Ursprungs. Aus diesem Grund kann leider nicht davon ausgegangen werden, dass man einfach nur vor die Tür gehen muss, um die nötige Erde für das zukünftige Gemüse zu finden, sondern man muss sich erstmal Klarheit über die Bodenart verschaffen, mit der man es zu tun hat.
    Ein erfahrener gärtner kann anhand der Farbe, des Geruchs und mit Hilfe des Tastsinns der Finger schon eine relativ genaue Aussage über die Bodenart treffen. Für einen absoluten Anfänger ist eine labortechnische Untersuchung einer Bodenprobe sehr empfehlenswert.
    Man erfährt nicht nur, was für eine Bodenart vorliegt, sondern erhält auch Informationen über den Nährstoffgehalt des Bodens. Darüber lässt sich dann wiederrum die nötige Düngung und Bodenbearbeitung ableiten.

    So wichtig der Boden erscheint, möchte ich darauf hinweisen, dass er tatsächlich auch weggelassen werden kann. Das Stichwort heißt Hydroponik beziehungsweise Aeroponik und bedeutet, das Pflanzen auch ohne irgendein Substrat kultiviert werden können und nur über fließendes Wasser, das die Wurzeln umspült, mit allen nötigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.
  5. Das Licht in Form des Sonnenlichts ist für Pflanzen eines der wichtigsten Elemente, da es der Energieträger für die Pflanze ist. Nur mit Hilfe des Sonnenlichts ist die Pflanze in der Lage ihren Stoffwechsel zu betreiben. Dabei verwandelt sie mit der Photosynthese die Lichtenergie in den Chloroplasten zu chemische Energie und macht diese damit für sich verfügbar.
    Pflanzen sind ganz ohne Licht also nicht lebensfähig. Natürlich gibt es Pflanzen, die lieber den Schatten wie die pralle Sonne bevorzugen, aber die meisten Exemplare versuchen möglichst viel Licht abzubekommen und richten ihre Blattoberseiten deutlich nach der Sonne aus. ist zuwenig Licht vorhanden, versuchen sie mit aller Kraft möglichst schnell in die Höhe zu wachsen, um vielleicht bessere Lichtverhältnisse zu erreichen. Man nennt diese Art des schnellen Längenwachstums auch Vergeilen.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt des verfügbaren Lichts ist der Rhytmus und die Länge der Bestrahlung. Die unterschiedliche Tageslänge entsprechend der Jahreszeiten kann bei einigen Pflanzenarten die Blütenbildung beeinflussen. Die Rede ist von den sogenannten Kurz- und Langzeitpflanzen.

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